35Galerie SEETOR.art LENZEN
Das Meer und die Macht
Das Meer und die Macht
Astrid Clasen und Sibylle Waldhausen
05.09.–11.10.2026
Ausstellung | Mi-Sa 11–13 + 15-18 Uhr | und wenn die Fahnen wehen
Künstlergespräch | 03.10. | 16 Uhr
Astrid Clasen ist Malerin aus Hamburg. Vor 50 Jahren richtete sie gemeinsam mit Ihrem Mann in einem alten Schulgebäude im Wendland ihr Atelier ein, kümmerte sich um ihre Kinder und sporadisch um ihre Malerei. Noch heute malt sie in unregelmäßigem Rhythmus, immer, wenn es einen Knoten zu lösen gibt und bis der Zyklus abgeschlossen ist.
Viele ihrer männlichen Vorfahren fuhren zur See, kamen heil oder verletzt wieder und oder blieben dort. Deshalb sind „Seestücke“ -mächtige nächtliche Wellen - sind immer wieder Inhalt ihrer Arbeiten. Nasse Pinselstriche im Wellenrythmus, Acryl auf Öl. Sie spielt mit Farben, Technik und Werkstoff, sie malt mit dem Körper, im Rhythmus, in Bewegung – so entstehen die Wellen.
"SEESTÜCKE - das sind meine Reisen ins Ungewisse, in die Unendlichkeit. Sie handeln vom Meer, vom Land und vom Himmel - von der unbekannten Welt da draußen und in unserem Innern.“
In letzter Zeit hat Astrid Clasen mit einer neuen Technik experimentiert: eher zufällig entstehen „Reisenotizen“ - wie Stummfilmsequenzen aus einzelnen Filmbildern im Gegenlicht.
„Das Denken bleibt dabei im Hintergrund. Ohne Worte sind die in Rhythmus geschabten Schlieren einer Farbwalze frei interpretierbar und für jeden offen, die eigenen Assoziationen fließen zu lassen.“
Sibylle Waldhausen ist Bildhauerin aus Berlin. Vor bald 30 Jahren ersteigerte sie in einem kleinen Dorf eine riesige Brennerei - eine nicht endende Arbeit der Instandsetzung. Immerhin konnte sie sich dort ein weiträumiges Atelier einrichten – Räumlichkeiten, wie sie die in der Stadt schwer zu finden sind.
„Im Vordergrund meiner künstlerischen Arbeit steht die menschliche Figur. Es interessieren mich hier Haltungen, Handlungsmuster, Strukturen des Miteinanders, die ich zeichenhaft umzusetzen suche.“
In genauester Beobachtung filtert Sibylle Waldhausen die wesentlichen Bestandteile unserer Körpersprache heraus und übersetzt sie in Archetypen der menschlichen Natur. Besonders ausdrucksstark sind dabei die Arme und Beine, die Hände und Füße. Deshalb sind diese Gliedmaßen ins Extreme gezogen, befremdend groß und lang.
Die Figuren zeichnen universelle Bilder des Humanen – dass es oft Frauen sind, liegt im bildhauerischen Potential der weiblichen Form ebenso wie in einer selbstverständlich gelebten Emanzipation begründet. Der medialen Welt begegnet sie dabei mit einem uralten Material – Bronze – und traditioneller plastischer Handarbeit.
MACHT ist eines der Themen von Sibylle Waldhausen und ein Schwerpunkt in dieser Ausstellung: „die Herrin“ sitzt mit weit gespreizten Beinen wie ein Mann mit prallen Eiern. „Der König“ klammert sich ängstlich duckend am Sitz seines viel zu hohen Thrones.
„Wir sind ja eine sehr spezielle Gattung, die sehr anpassungsfähig ist - aber bestimmte Dinge bleiben immer gleich, egal, wie sehr die Gesellschaft oder die technische Welt sich verändern.“
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Astrid Clasen
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Sibylle Waldhause
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