71Kranich Museum Gutshaus HESSENBURG

ELKE SIML - YOU ARE INVITED !

Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)
Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)
Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)
Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)
Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)
Installation mit Möbeln, Spiegel, Buch, Glas, Porzellangefäßen, Drahtständern, Tellern und Schrift. 2026 (Foto: Fiete Treutler)

 

ELKE SIML - YOU ARE INVITED !
artist in residence 2026

Museum | Sa+So 11–17 Uhr (bis 25.10.) | zusätzlich 03.10. 11–17 Uhr 
Park ist frei zugänglich 

Führung | 10./11.10. | 14 Uhr | Führung durch das Museum mit Dr. Bettina Klein

Finissage | 24.10. | 16–18 Uhr 
Mit musikalischer Begleitung durch Ronny Bruch (Improvisation für Flöte und Xylophon); Künstler:innengespräch mit Kunsthistorikerin Dr. Bettina Klein; Führung durch das Museum

 

ELKE SIML —
YOU ARE INVITED !

AM NÄCHSTEN TAG WAR DER KRANICH DER GASTGEBER, UND DIE SCHÜSSELN WAREN HOCH WIE KELCHE. DER FUCHS JETZT WIE EIN VERLASSENER JÜNGER, HUNGERTE ZWISCHEN BROT UND WEIN. UND SO WURDE AUS DEM ABENDMAHL EINE LEHRE: WER LIST SÄT, ERNTET SCHAM, UND SELBST AM HEILIGSTEN TISCH GILT DAS WORT DER FABEL. Schiller und Luther mit ChatGPT

Wie schon in vergangenen Arbeiten lotet Elke Siml – hier als „artist in residence“ – Möglichkeiten von Sprache und rituellen Handlungen im gesellschaftlichen Kontext aus. Der Dachboden des Kranich Museums wird durch seine erhabene Position zu einem Sprachraum. Texte der deutschen Hochsprache – exemplarisch bei Schiller und Luther – werden mithilfe von Übersetzungsprogrammen und KI miteinander verwoben. So entsteht eine fragile, neue Poetik.

Am Giebel des Raumes erscheint das Ergebnis als Schriftbild. Davor, auf Spiegeln platziert, symbolisieren scheinbar schwebende Porzellanteller die Einladung zu einem gemeinsamen Mahl. Als Kontrapunkt zeigt eine kleine Vitrine ein antikes Buch mit Gedichten von Schiller, ergänzt durch eine Schale aus zerbrechlichen Prozellanblättern. Ein löchriges Behältnis verweist auf Sprache als Denkraum.

Die Arbeit verhandelt die Einladung als gesellschaftliche und poetische Geste: die Einladung zu einem Mahl, sowie das Teilen von Sprache. Der Text an der Wand schafft so einen imaginären sozialen Raum. Die Objekte verweigern jedoch ihre Nutzung. Die hauchdünnen Porzellanteller erinnern an gemeinsame Mahlzeiten – und daran, wie leicht Gemeinschaft scheitern kann.

In Schillers Erzählung Fuchs und Kranich entscheidet das Gefäß darüber, wer essen darf und wer ausgeschlossen bleibt. Auch beim letzten Abendmahl wird das Teilen von Brot und Wein zum zentralen Zeichen von Nähe und dem Verlust von Vertrauen. Die Einladung ist kein Versprechen, sondern ein Angebot, dessen Annahme aktive Deutung verlangt.

 

Vita
Die künstlerische Arbeit von Elke Siml bewegt sich in unterschiedlichen Medien. In offenen Prozessen verbindet sie Spiel, Zufall und Einflüsse der Umgebung zu einer kontinuierlichen Transformation der Arbeit. Gedanken, Atmosphären und Erfahrungen werden dabei über verschiedene Medien hinweg transportiert, verändert und neu erfahrbar gemacht. Kunst wird so zu einem Raum der Kommunikation, in dem sich künstlerische Praxis und Lebensphilosophie gegenseitig durchdringen.


Geboren in Kühlungsborn, Deutschland, lebt und arbeitet Elke Siml in Saal und Berlin.
Seit den frühen 1990er Jahren zeigt sie ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
Sie gewann mehrere Wettbewerbe für Kunst im öffentlichen Raum, für die Telekom Rostock, die Kaserne Stallberg, das Kreistagsgebäude Güstrow sowie das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin.
Stipendien führten sie nach Olevano Romano (Italien), an das Virginia Center for the Creative Arts (USA), in das Künstlerhaus Schloss Plüschow, zur Stiftung Kunstfonds, nach Qingdao (China) sowie 2026 in das Kranich Museum Hessenburg.
Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Kunsthalle Rostock, der Deutschen Bank, der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin sowie im Kranich Museum Hessenburg.

Mehr Informationen 
https://elkesiml-2.jimdosite.com


 

 

Alex Schweder, This Side of This Side. Wassernebel, projizierte Lichtanimation, Eichenholz, 2020
Alex Schweder, This Side of This Side. Wassernebel, projizierte Lichtanimation, Eichenholz, 2020
Werke im Gutshaus und Aussenraum
Richard Barnes, Andreas Greiner & Paul Rohlfs, Ryoko Hori, Emma Waltraut Howes, Alex Schweder, u.a. 

Das Kranich Museum nimmt auf insgesamt 400 qm das gesamte Obergeschoss des Herrenhauses ein. Seit seiner Eröffnung 2011 lädt Bettina Klein im Rahmen eines von Alex Schweder betreuten Artist-in-Residence-Programmes internationale Künstler:innen ein, die sich vor Ort in performativen oder installativen Arbeiten im Dialog mit dem Anwesen und seiner Geschichte, seiner umgebenden Landschaft und – natürlich – den namensgebenden Kranichen auseinandersetzen. Die so entstandenen Kunstwerke werden Teil der Museumssammlung.  Die Räumlichkeiten wurden von dem New Yorker Künstler und Architekt Alex Schweder gestaltet, dessen Arbeiten schon im Museum of Modern Art, in der Tate Britain und auf der Architekturbiennale in Venedig gezeigt wurde.

Gutshaus Hessenburg
Dorfplatz 3
18317 Hessenburg / Saal
Tel.: 038223 669900 | 0170 9049062
dr.klein@kranichhotel.de
www.kranichmuseum.de

(ig) kranichmuseumundhotel

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